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Vegetarier… eine eingerostete Liebe

Vegetarier

Das hier wird mein Blogeintrag der Schande. Vielen von euch die mich kennen, wissen das ich oft sehr extrem bin. Das ist eigentlich was gutes, aber in letzter Zeit eher schlecht. Worum es heute geht? Um etwas für das ich mich schäme, weil ich schwach war und mich habe verleiten lassen. Um sich für die Zukunft zu rüsten, muss erst die Vergangenheit aufgearbeitet werden.

Start der Reise 2017

Frischer Marinesoldat und endlich Urlaub im August, das Leben hätte nicht besser sein können. Mein bester Freund, ist seit Jahren Vegetarier und hat sich nicht mal durch meine dummen Kommentare davon abringen lassen. Ich habe also munter weiter mein Fleisch in mich reingeschaufelt und wisst ihr was? Es war richtig geil. 🙂 Dazu muss man sagen, dass ich so circa 5 Mal am Tag Fleisch gegessen habe… Frühstück, Mittag und Abendessen immer FLEISCH und als Snacks BiFi und sogar mal ne Zeit lang Trockenfleisch (absolut ekelhaft). Mitte August und das Wetter war gut, das Bier kalt und die Welt in Ordnung (hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, wie die WM 2018 laufen wird, dann wäre ich da schon an die Decke gegangen). Ich sitze abends vorm Fernseher und überlege, was ich so auf Netflix schaue. Ich liebe ja grundsätzlich Dokumentationen (vor allem Geschichtsdokus), aber an diesem Abend ist mir etwas anderes ins Auge gesprungen: „Cowspiracy“ also Kuh Verschwörung. Chefiges Wortspiel dachte ich mir und da Ernährung irgendwie eh immer interessanter wurde, zwiebelte (Achtung Vegetarier Humor!) ich mir die Doku rein. Freunde… ich war geschockt. Nach der Dokumentation hab ich im Internet die Kontroverse über den Inhalt des Films mitverfolgt. Schade dass der Regisseur bei den Zahlen so hochgepokert hat und vieles überzogen ist, aber die Kernbotschaft bleibt gleich. Massentierhaltung und der Fleischkonsum ist das Problem. Meine heile Welt geriet sauber aus den Fugen.

COW
Cowspiracy in Real

Fleisch ist doof, aber nur für die Umwelt?

Ich könnte ja anfangen die BiFi wegzulassen (eigentlich mag ich BiFi nicht so gerne, aber Erkan&Stefan sagen immer: BiFi muss mit). Aber Leberwurst und die Spareribs von meinem Dad und unser Finnischer Weihnachtsschinken. Mir schmeckt ja Fleisch sehr gut und gesund ist es auch, sind ja viele Proteine drinnen sagen alle. Also eigentlich alles gut, aber einmal eingezogen worden von der Vegetarier/Vegan Welt wurde mir natürlich alles vorgeschlagen. Als nächstes schaute ich „Folks over Knives“ und da gingen sie auf den Gesundheitsbereich ein. Tierisches gesundes Protein war also Achtung „Bullshit“ hihi funny funny lachi lach, 5 Punkte für Huffelpuff. Hm scheiße was jetzt? Umwelt und Gesundheit betroffen, also jetzt hat es mich schon gekitzelt. Aber da waren auch noch die Klischees, um ein Mann zu sein musst du mindestens 1 Kilo Rib Eye Steak essen und Hasenfutter ist schwul, oder man wird davon schwul oder eine Frau. 100 Mal gehört so einen Quatsch, gerade in der Männerdomäne Bundeswehr. Ich wurde so langsam von der Sache gefesselt und fing an auch Bücher zu lesen und noch weitere Dokumentationen zu schauen. Es wurde immer schwieriger, meinen Fleischkonsum vor mir selber zurechtfertigen. Als ich mir dann die Dokumentation Earthlings von Joaquin Phoenix anschaute, war ich soweit Fleisch aus meinen Leben zu verbannen. Nicht nur Fleisch, sondern so viele tierische Produkte wie möglich. Der Widerstand war groß, sowohl zuhause als auch in der Bundeswehr. Aber ich war mir meiner Sache sicher. Die krasseste Fehleinschätzung meines Lebens.

Der Trailer (ja Grüning sogar auf deutsch)

Ist vegetarisch/vegan wirklich die Lösung?

Ich gebe zu, heutzutage ist es sehr schwer richtige Informationen oder Untersuchungsergebnisse zu bekommen. Sind die staatlichen Medien noch vertrauenswürdig oder nehmen alternative Medien einen größeren Platz ein? Wenn Untersuchungen ergeben, dass Milch so gesund ist, wird sie meistens von der Milchindustrie gesponsert. Gibt es sowas bei Untersuchungen für vegane Ernährung auch? Meine persönliche Meinung: Definitiv, nur kann man mit pflanzlichen Lebensmittel nicht soviel falsch machen. Jeder der jetzt anmerkt, dass pflanzliche Lebensmittel ja total gespritzt sind, sich aber die 2 Euro Schnitzel vom Supermarkt gönnt, weiß wovon ich rede.

Die verschiedenen Punkte:

  • Ethisch: Massentierhaltung, Tiertransporte, Käfighaltung, Stress, kranke, verkrüppelte Tiere. Bei Massentierhaltung hat jeder die schrecklichen Bilder vor Augen. Viele Menschen wollen diese Art der Versorgung nicht mehr unterstützen.
  • Ökologische Gründe: Für 1 Kilo Rindfleisch werden circa 16 Kilo Getreide und bis zu 15.000 Liter Wasser verbraucht. Hektarweise Fläche, die für die Futtermittelerzeugung oder als Weidefläche benutzt wird und total ineffizient ist. Knapp 24 Prozent der weltweiten CO2 Emissionen sind auf tierische Landwirtschaft zurückzuführen.
  • Gesundheitlich: Verschiedene Studien kommen alle zu dem gleichen Ergebnis… Ein Verzicht oder zumindest die Reduzierung tierischer Produkte, hilft unserer Gesundheit enorm weiter.

Ich habe die Punkte nur kurz angerissen. Natürlich gibt es noch viel mehr und ausführlicher geht es auch, aber dazu kommt eventuell ein eigener Beitrag.

Woran hakt es also?

Nach diesen ganzen Fakten, habe ich beschlossen mich vegetarisch bzw. wenn es geht vegan zu ernähren. Ein Dorf in Oberbayern, eine Familie, die schon immer Fleisch gegessen hat und ein Arbeitgeber, der in der Kantine nur ein vegetarisches Gericht anbietet. Die Grundlagen könnten besser sein. Trotzdem habe ich es beschlossen und bin damit auch ganz gut gefahren. Meine Familie machte einen ähnlichen Wandel mit, so dass meine Eltern auch weniger Fleisch essen. Beim Barras (Bundeswehr) war es dann nicht so leicht. Ein vegetarisches Gericht ist ja gut, aber wenn es dann etwas ist das man gar nicht mag (Schwammerl) dann wird es eng. Von 2017 bis 2019 hatte ich eine gute Vegetarier-Zeit. Klar auch da hab ich manchmal versagt, aber immer wieder zu alter Stärke zurück gefunden. Dann wurde ich allerdings schwach. Woran das lag? Ich glaube, da es mir zu der Zeit eh nicht sooo gut ging und ich mal wieder alles auf einmal wollte, ging alles schief.

Mein größtes Problem ist, dass mir Fleisch einfach wahnsinnig gut schmeckt. Zumindest das meiste davon. Dazu kommt, das ich mich von anderen Leuten aus der Bahn habe werfen lassen, bzw. selber nicht stark genug war. Der Klassiker: Lass mal Leberkas Semmeln holen! Kopf: Geil Leberkas. Bauch: Bitte nicht. Herz: Tu es nicht. 3 Möglichkeiten bestehen. 1.: Klar voll Bock drauf (dumm). 2.: Ne danke ich bin Vegetarier (Haufen Diskussionen und Erklärungen = mega nervig) 3.: Ich nehme ne Butterbreze (Problem gelöst = komme ich natürlich nicht drauf).

Ernährung ist ja ein sehr intimes Thema. Grundsätzlich gehen sich Menschen an die Gurgel, weil sie der Meinung sind den heiligen Gral für gute Taten entdeckt zu haben. Jeder der Fleisch isst sorgt dafür, dass unsere Kinder keinen Planeten mehr haben und macht sich zum Mörder. Alle die sich pflanzlich ernähren sind Moralapostel und sie kaufen trotzdem das billig Zeug. Ach und laut Veganern, sind Vegetarier Feiglinge und trotzdem Mörder(Zumindest geht es in den Vegetarier/Veganer Foren heiß her).

Vegetarier

Es wäre so einfach

Grundsätzlich wäre ich der perfekte Veganer. Ich mag nämlich keinen Käse. (Ungläubige Blicke… Betretenes Schweigen) Joa ist so und Milch auch nicht besonders. Und naja Joghurt tut auch nicht Not. Dafür mag ich fast alle Gemüsesorten (Aubergine, Schwammerl, Kapern und Rosenkohl sind richtige Minus Gemüsesorten).

Esse ich lieber Fleisch und habe ein schlechtes Gewissen, oder kämpfe ich mit dem Verzicht, fühle mich aber gut dabei? Wisst ihr, ich stehe kurz vor meinen 30 und es wird Zeit sich nicht immer aus der Verantwortung zu ziehen, sondern für seine Werte und Prioritäten einzustehen. Dazu kommt noch ein extra Blogbeitrag also seid gespannt. 😀

Fazit: Es wird sich etwas ändern und das muss es auch. Unterstützen wir uns gegenseitig und brechen mit der Norm. Ich war schon immer jemand der gerne gegen den Strom schwimmt, aber sich immer vor der Verantwortung gedrückt hat. Mit Recht auch, ich meine wer hat Bock immer für alles verantwortlich zu sein? Ich habe meinen Entschluss gefasst und werde wieder für meine vegetarische Überzeugung kämpfen (meiner Lieblings Mona gefällt das <3). Ich werde sicher noch 5000 Mal schwach werden und sicher noch 3 Mal scheitern, aber ich tröste mich damit, dass alle Großen erst scheitern bevor es was wird.

REAL MAN EAT PLANTS

Meine Empfehlung

Tietzis Fanservice auch wieder hier:

Zu guter Letzt: Promis die es vormachen vegan zu sein

  • Patrik Baboumian, Strongman-Sportler („Stärkster Mann Deutschlands“, 2011)
  • Tobey Maguire der echte Spiderman
  • Steve-O ja der Jackass Typ
  • Joaquin Phoenix der zweitbeste Joker
  • Mike Tyson Typ mit Gesichtstattoo
  • Brad Pitt Achilles also auch
  • Leonardo DiCaprio der Typ der Dr. King Schultz erschossen hat
  • Al Gore Mr. ich war mal fast Präsident und Achtung hinter dir!!! Mannbärschwein
  • Lewis Hamilton der Bobfahrer
  • Arnold Schwarzenegger Okey 12 Eier mit Schale im Mixer sind noch völlig akzeptabel

Vegetarier gab es auch genug: zum Beispiel galt Pythagoras als der erste richtige Vegetarier der Welt. Aber wie wir in veganen Foren gelernt haben sind Vegetarier Loser und haben ihr Leben nicht im Griff (Sorry Julo)

Mein aktueller Lieblingsbeitrag? Gut das du fragst. Passend zur jetzigen Zeit: Leistungsgesellschaft

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Paris Hilton

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