Lifestyle

Der erste Schritt ist gemacht…und weiter?

Verantwortung

Mein erster Blogeintrag ohne zu recherchieren. Heute meine Freunde geht es um ein Thema, dass schon lange in mir schlummert und wie ein Infest aus mir ausbrechen will (Dota Spieler wissen was ich meine). Verantwortung, Prioritäten, Werte, Überlegungen, Richtlinien, etc. man kann viele Bezeichnungen verwenden. Keine Sorge, dass hier wird kein öh du musst das und das machen, um erfolgreich zu werden Quatsch(Eher ein kleiner Schritt dahin). Mich langweilen so Coaching und Life Guru und weiß der Teufel was ultra. Da stellen sich irgendwelche Eierbären hin und erklären dir wie du zu Geld kommst, sobald du das und das machst. Vor allem ist Erfolg ja für jeden etwas anderes. Klar bei Arnold Schwarzenegger hat es funktioniert nachdem er 1000 mal gescheitert ist, aber sowas ist es mir nicht wert. Also ihr Motivationscoaches leckt mich am Zückerli.

Meine 30 kommen… Ich werde wahnsinnig

Älter werden ist schon komisch. Ich meine ich sehe mich noch nicht als 30-jährigen und außerdem war 30 immer so ne Art Deadline. Wobei ich auch keine Ziele habe, die ich mit 30 erreicht haben will. Trotzdem nagt es irgendwie an mir.

Viele reden von Verantwortung und bauen ein Haus, oder kriegen Kinder, oder heiraten sogar. 3 Dinge, mit denen ich immer noch nix am Hut haben will :). Das ist auch gar nicht die Verantwortung aus meiner Sicht. Für mich bedeutet es Verantwortung für meine Taten zu übernehmen.

Im letzten Beitrag sprach ich über Vegetarier/Veganer und der Einschränkung von tierischen Produkten. Grundsätzlich verstehe ich von der Welt gar nix. Wenn ich mir 1 Kilo Schnitzel für 2 Euro kaufe, dann sehe ich nur das Stück Fleisch und den Schnapper den man macht. Ich kaufe mein Fleisch nur beim Metzger ja mhm so bin ich ja. So ein Käse, wenn der nächste Metzger 10 Minuten weiter weg ist und du zu faul bist, dann kaufst auch DU das billigere ausm Supermarkt. Wenn ich nun Fleisch oder Milch oder was auch immer kaufe, verstehe ich erst jetzt den Rattenschwanz der da dranhängt. Tieren geht es schlecht, der Umwelt geht es schlecht und den Erzeugern auch. Mittelsmänner verdienen sich hingegen eine goldene Kniescheibe.

Warum hab ich ein schlechtes Gewissen?

Eigentlich lebe ich nach dem Motto: Was geht mich fremdes Elend an.

Seien wir ehrlich, gegen Armut in dritte Welt Länder kann ich nix machen und dafür kann ich gleich dreimal nix.

Aber stimmt das so? Generell halte ich vieles für selbstverständlich. Wenn ich einkaufen gehe, dann schau ich nicht wirklich auf die Marken und was dahinter steckt. Ich bin nur genervt, wenn mein Zeug nicht da ist. Das andere darunter leiden, ist mir eigentlich bewusst, aber bisher konnte ich es ganz gut verdrängen.

Bestes Beispiel Nestlé. Ich weiß das Nestlé Millionen Menschen in Afrika das Trinkwasser klaut, in Flaschen abfüllt und dann teuer verkauft. Das sie das Grundwasser wegpumpen, Kritiker mundtot machen, etc. und trotzdem liebe ich Schoko Crossies und KitKat (der beste Schokoriegel der Welt laut Florentin Will). Ich würde mir denken, was für Schweine, aber zu einem Outlet latschen und Unmengen Süßigkeiten kaufen und noch einen Schnapper machen.

Das passiert mir bei so vielen Sachen. Hier ein paar Beispiele:

Ich weiß das die Kartelle in Südamerika mittlerweile Avocado als Exportgut für sich entdeckt haben und es blutige Kämpfe um Ernten und Export der Frucht gibt. Regelmäßig lese ich dazu Artikel oder sehe es in einer Doku. Das die Bauern davon so gut wie keinen Cent kriegen und von den Kartellen abgemurkst werden, sobald sie nicht mehr anbauen ist klar. Trotzdem kaufe ich mir die billigste davon und verdränge diese Gedanken.

Circa 5 große Firmen, von denen noch nie jemand etwas von uns gehört hat, kontrollieren das Kakao Geschäft in Afrika. Ghana und die Elfenbeinküste sind mit insgesamt 65 Prozent die beiden größten Lieferanten für die Kakaobohne und die wertvolle Kakaobutter. Damit ich mir die Schokolade für 80 Cent reinballern kann, arbeiten die Bauern vor Ort wie die Ochsen. Ohne Maschinen, ohne gleichbleibenden Verdienst. Im Jahr 2000 gab es einen mega Skandal. Kinderarbeiter ohne Ende und Erwachsene wurden als Sklaven verkauft, um auf den Plantagen anzubauen und zu ernten. Der Aufschrei war sogar in Amerika groß. 20 Jahre später ist das Problem immer noch relevant, aber das Interesse ist gesunken. Ich futtere die billig Schokolade und fast allen in diesem Geschäftszweig geht es dreckig.

Bananen werden vor allem in Ecuador und Honduras produziert. Der gesetzliche Mindestpreis pro Kilo lag 2019 bei 6 Dollar. In der Realität kriegen sie nicht mal 4,50 Dollar pro Kilo. Viel zu wenig zum Leben. Woran liegt das? Natürlich an den Zwischenhändlern, davon gibt es meistens eine Handvoll und die drücken sich die Preise zurecht. Andererseits liegt es an mir der sich für 88 Cent ein Kilo Bananen kauft und sich über den Schnapper freut.

Lockdown…Homeoffice…Kontaktbeschränkungen…Läden sind geschlossen…die Welt steht still. Die Ganze Welt? Nein, Online Händler brauchen einen 2ten Geldspeicher für ihren Zaster (bitte stellt euch Dagobert Duck vor, wie er in seinen Geldhaufen flachköppert). Jeff Bezos ist mittlerweile die reichste Einzelperson der Welt. Die Paketboten arbeiten am Rande des Kollaps, um uns unseren bestellten Schrott zu liefern. Das regelmäßig in Amazon Zentren gestreikt wird, verwundert da kaum.

Falls jemand nicht weiß, was Flachköpper ist

Für teilweise 4,50 Euro Stundenlohn wurschteln sich diese armen Schweine ihren Weg zu unseren Briefkästen. Mittlerweile sind es vor allem Osteuropäer, die diesen Horrorjob machen. DIE AUSLÄNDER NEHMEN UNSERE JOBS WEG!!!(Die wir gar nicht haben wollen). Endlich kann ich einmal glänzen. Ich bestelle so gut wie nie bei Amazon oder wo anders im Internet. In den letzten 2 Jahren genau 1 mal.

Warum fragt ihr? Naja ich brauche einfach nix und wenn ich dringend etwas benötige, dann fahre ich in den Laden und kaufe es da. Traurig ist nur, das ich damit nicht den lokalen Handel unterstützen, oder Amazon eins auswischen will, sondern ich kein Bock habe auf mein Paket zu warten. Ich verstehe ja Menschen die sagen: „Der lokale Handel ist nix mehr. Zu wenig Auswahl, zu teuer und oft unfreundliche Mitarbeiter.“ Trotzdem mag ich es gerne in Geschäfte zu gehen, mich darüber aufzuregen, dass der Verkäufer mich schon bei der Tür fragt, ob er mir helfen kann. Das Produkt direkt zu sehen und somit auch gleich ein anderes Gefühl für den Preis zu kriegen.

Worauf will ich eigentlich hinaus

30 30 30… ich fasse es nicht. Trotz allem Geheule bin ich bereit, endlich Verantwortung für meine Taten (auch die unbewussten) zu übernehmen. Klar ich kann mal bewusster einkaufen, aber das reicht ja noch lange nicht um seinen Frieden zu finden. Genau darum geht es doch irgendwie oder? Am Ende des Tages geht es um einen selber und man möchte einfach sagen können (zur Ausbeutung der Kakao Bauern) ne also ich habe damit nix am Hut, weil ICH immer die guten Sachen kaufe. Da werden die Menschen fair bezahlt und können gut davon leben. Sind wir ehrlich, jeder möchte doch was unterm Baum an Weihnachten.

Wie steht ihr zu dem Thema Verantwortung? Bestimmt schon Gedanken drüber gemacht.

Als kleiner Anreiz, kann ich euch die „der Klugscheißer“ Reihe empfehlen.

Gerne auch den Blog von der Journalistin Anina. Sie zeigt zum Beispiel auf warum „Alpro“ doch gar nicht so geil ist. Hier gehts zu dem Blog: Aniahimsa – gesund, bewusst & nachhaltig leben

Schaut doch mal bei meinem Vegetarier Beitrag vorbei .:)

Wir brauchen mehr Wachstum

Papa Schlumpf

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply