Website-Icon Bock-auf-Blog

Berlin im Jahre des Herrn 2021

Berlin

Und ob ich schon wanderte im finsteren Berlin, fürchte ich kein Unglück, denn ich bin nur zu Besuch.

Ich war jetzt das zweite Mal in meinem Leben in Berlin. Was erst zweimal? Joh, ich brauche 4 Stunden an den Gardasee von meinem Heimatdorf aus, warum sollte ich acht Stunden nach Berlin gurken?

Tja Freunde, was soll ich sagen. Berlin ist einzigartig… Mehr oder weniger zumindest. Für mich, der jetzt Hamburg gewöhnt ist und früher an München gewohnt war, ist Berlin natürlich ein absoluter Witz.

Tietzis Faktencheck für Berlin:

Warum Berlin?

Joh frage ich mich auch. Mein bester Freund ist für ein Praktikum nach Berlin gezogen. Das gibt mir natürlich die Möglichkeit ihn zu besuchen und damit unsere Hauptstadt. Generell glaube ich, dass Berlin richtig schöne Ecken hat. Es ist halt immer was los und ich hoffe das ich nie den gleichen Satz über Berlin wie über Hamburg sagen muss: In Lockdown Zeiten wirkt Hamburg so richtig traurig. Mal tagsüber übern Kiez gelatscht? So sah es abends auch aus… Einfach traurig.

Vergleiche mit Hamburg lassen sich trotzdem schnell ziehen. Es gibt immer einen Menschen, der, wenn du rausgehst total seltsam ist und entweder irgendwas rumschreit, gegen ne Wand haut oder so wirkt als würde er dich gleich verdreschen. Natürlich ist der Anteil an Obdachlosen auch hier immens groß. Die Natur des Menschen gewöhnt sicher aber doch sehr schnell an den Anblick von Armut und es lässt einen auf einen faszinierende und gleichzeitig beschämende Weise kalt. Wo noch in München dafür gesorgt wird, dass die Obdachlosen das gute Stadtbild nicht zerstören, sind sie in Berlin überall zugegen.

Müll ist auch in Berlin ein großes Thema und ich werde sowieso nie verstehen, warum man seinen Müll ins Gebüsch wirft… Ihr Hammeln!

S und U-Bahnen wirken so alt, dass es sich fast schon anfühlt in die Vergangenheit zu fahren. Wobei der Geruch, der wie der Odem des Todes aus den Sitzen fährt, eine gute Mischung aus Schweiß, Urin und verschütteten Getränken mich gedanklich nach Bangkok zurückversetzt. Es gibt doch nichts Schöneres, als von einem Thai abgezockt zu werden und dabei den Geruch Asiens in der Nase zu haben. Herrlich.

Leider verbringt man in Berlin sehr viel Zeit in den Öffis. Die Wege sind lang und der geneigte Fahrgast schnell gelangweilt. Dafür sind die Preise erschwinglich im Gegensatz zu München, wo du für den Preis eines durchschnittlichen ostdeutschen Monatslohns gerade mal 2 Stationen fahren darfst.

Berlin macht Spaß… Oder nicht?

Der bekannte l’odeur de Berlin, eine Mischung aus erbrochenem Dürüm und Jauchegrube, ließ mich schon am Hauptbahnhof stark an meiner Entscheidung zweifeln. Beim Anblick mehrerer langbärtiger, junger Männer in Haremshosen, warf ich mich, eine Schießerei erwartend, instinktiv zu Boden. Doch es handelte sich nur um eine alternative Kommune auf dem Weg zum Töpfermarkt, die mich gleich mit ihren Jutebeuteln auszupeitschen drohte.

Verloren zwischen genderneutralen Dixie Klos und veganen Kinofilmen suchte ich verzweifelt nach mir in München bekannten Bezugspunkten wie dem Gucci Store. Doch ich sah nur Leggins tragende Hautständer, die mit ihrem Manbun auf Schallplatten scratchen und eine Club Mate tranken.

Leider fließt in den Berliner Szene Bars nur Prenzlauer Plörre aus veganer Massenbierhaltung.

Tagsüber konnte man dann die Bars in Augenschein nehmen und stellte entsetzt fest, dass sie das Hygieneniveau der frühen Kreidezeit erreicht haben. Wobei ersetzt wohl immer das falsche Wort ist. Wir waren sogar am Fernsehturm. Für mich viel Turm wenig Fernsehen 1 von 10.

In Berlin sind sogar noch die Hipsterpinsel im Trend. Ja genau die Zwiebelfrisur, bei der die Seiten rasiert sind und man einen kleinen Zopf trägt… Früher war ein Pferdeschwanz ein Männersymbol. Sie stiegen, ihre Pferdeschwänze in Wind flatternd, von ihren Motorrädern ab und tranken ganze Bars aus, während die anwesenden Frauen in Ohnmacht fielen.

Heute tragen die Friseur nur noch Hautständer, die an ihrer Clubmate nuckeln und für die vaginale Verjüngung nordkantonesischer Flachlandkälber demonstrieren. Bestimmt fangen sie bald an das Einparken zu verlernen, kassieren die Herdprämie und finden die 22 Männer, die einem Ball nachjagen total doof. Echte Männer eben.

Ist Berlin eine Reise wert?

Nö. Wobei ich ein großer Fan davon bin, die großen deutschen Städte zu erkunden. Ein kleiner Städtetrip zwischendurch soll ja gut sein für das Wohlbefinden. Ohne meinen besten Freund wäre ich wohl viel später nach Berlin gereist, aber ob das jetzt die gute Sache dabei ist? Am Hauptbahnhof, den ich tatsächlich ganz okay finde(außer dem Dreck natürlich), da man überall was zu entdecken gibt, ist mir aber doch etwas aufgefallen. Erstmal hasse ich Bahnhöfe eigentlich. Meistens sind sie super ekelig und da geht es zu wie am Stachus. Unübersichtlich und hektisch also genau das Gegenteil davon, was sie eigentlich sein sollten. Zweitens hat man kaum Zeit etwas wirklich zu begutachten. Als wir damals in Thailand waren, konnten wir uns soviel Zeit nehmen wie wir wollten. Oft sind wir ohne wirkliches Ziel los und haben uns fast treiben lassen und immer da Halt gemacht, wo es interessant aussah. Wurde es uns zu langweilig sind wir halt weitergezogen und haben uns woanders über den Tisch ziehen lassen. Mittlerweile habe ich kaum noch Zeit um zu schlendern und Dinge zu entdecken. Eventuell nehme ich sie mir auch nicht. Eventuell kann ich sie mir aber auch nicht nehmen, da muss man realistisch sein.

Apropo Thailand… Hier geht es zu meinen Erfahrungsbericht Thailand

Ihr wollt wissen was man in Berlin alles machen kann? Klickt doch mal hier.

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder keine Frage.

Terminator T – 800

Die mobile Version verlassen